Unsere Mission
Ausweg Rhein Neckar e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der sich in Mannheim gegen strukturelle Ursachen von Armut und gegen Ausgrenzung und Abwertung von Betroffenen (Klassismus) engagiert. Für mehr Solidarität und Zusammenhalt!
Unser Verein wurde 2022 teilweise von Menschen mit eigener Armutserfahrung gegründet. Das ist kein Nebenaspekt, sondern unsere besondere Stärke. Dadurch genießen wir ein hohes Maß an Vertrauen und Glaubwürdigkeit bei unserer Zielgruppe. So erreichen wir auch Menschen, die aufgrund von Scham, Ausgrenzungserfahrungen oder Misstrauen gegenüber Institutionen klassische Hilfsangebote nicht nutzen, vereinsamen und durch das soziale Netz fallen.
Armut ist für uns nicht nur Mangel an Geld, sondern führt zu Ausgrenzung, Scham und fehlender gesellschaftlicher Teilhabe. Mit unseren Angeboten ermöglichen wir Partizipation, Mitgestaltung, Gemeinschaft , Vertrauen und Anerkennung - so holen sich Betroffenen ihre Würde zurück.
Was sind strukturelle Ursachen von Armut?
Strukturelle Ursachen von Armut sind u.a. geringe Löhne und Renten, zu hohe Wohnkosten, ein ungerechtes Bildungssystem und ein Grundsicherungssystem, das Armut nicht verhindert, sondern verwaltet.
Armut ist politisch. Armut ist nicht selbstverschuldet. Was tun, wenn der Lohn so gering ist, dass er nicht für den Lebensunterhalt reicht? Wenn die Mietkosten so hoch sind, dass sie den größten Teil des Einkommens auffressen? Was tun, wenn man krank ist, Angehörige pfegt oder alleinerziehend ist, und nicht mehr Vollzeit oder sogar überhaupt nicht arbeiten kann? Wir klären die Gesellschaft darüber auf und setzen uns dafür ein, dass Betroffene nicht für ihre Situation verantwortlich gemacht werden, stigmatisiert und beschämt werden.
Armut geht uns alle an. Wir alle sind nur einen Schicksalsschlag davon entfernt in Armut zu rutschen. Die Wahrscheinlichkeit seine Arbeit zu verlieren, krank, alleinerziehend zu werden oder Angehörige pflegen zu müssen, so dass man nicht mehr Vollzeit arbeiten kann, ist deutlich höher als ein Lottogewinn. Wir setzten uns für Solidarität aller lohnabhängig Beschäftigten mit Betroffenen ein. Wir alle haben die gleichen Interessen: gerechte Löhne, bezahlbare Mieten, armutsfeste Renten und ein Grundsicherungssystem, das Armut verhindert anstatt Armut zu produzieren.
Was ist Klassismus?
"Klassismus beschreibt die Diskriminierung aufgrund der sozialen Herkunft, Position in der Gesellschaft oder Klassenzugehörigkeit.
Klassismus richtet sich insbesondere gegen einkommensarme, erwerbslose und wohnungslose Menschen. Armutsbetroffenen Menschen wird zugeschrieben, sie seien faul, kriminell, dumm, Sozialschmarotzer und an ihrer Armut selbst schuld.
Dadurch wird Armut individualisiert. Strukturelle Ursachen von Armut werden nicht gesehen.
Klassismus bewirkt Abwertung und Ausgrenzung von Menschen. Er hat Auswirkung auf die Lebenserwartung und begrenzt den Zugang zu Arbeit, Wohnraum, Bildungsabschlüssen (Bildungsungerechtigkeit), Gesundheitsversorgung, Macht, Netzwerken, Teilhabe, Anerkennung und Geld."
zitiert aus: Seeck, Francis, „Hä, was heißt denn Klassismus?“, Seeck, Theißl (Hg.), Solidarisch gegen Klassismus. Organisieren, intervenieren, umverteilen, 2020. Unrast, Münster.
Warum Ausweg?
Armut und Klassismus sind strukturell in unserer Gesellschaft verankert. Deshalb können Einzelpersonen kaum dagegen ankämpfen. Es gibt keinen einfachen, individuellen Ausweg aus der Armut. Erfolgsgeschichten gibt es nur einzeln, denn diese haben viel mit Glück zu tun. Stark, mutig und ambitioniert zu sein, reicht nicht aus. Wir müssen uns gemeinsam stark machen, denn nur so kann strukturelle Veränderung bewirkt werden. Deswegen helfen wir uns gegenseitig. Niemand ist allein – gemeinsam sind wir stark. In der Gemeinschaft und Solidarität mit Betroffenen liegt der Ausweg.

